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ANNE HUNDHAUSEN
KÜNSTLERIN

 

 

Die Künstlerin ANNE HUNDHAUSEN ist eine Zündschnur für Geistesfunken. Das & noch ne Schatztruhe voll meehr...

Vor nicht all zu langer Zeit in Bremen geboren, ging ANNE bald auf Reisen und studierte Visuelle Kommunikation in Offenbach, Skulptur in Dublin, Fine Art in London & schließlich das Leben mit einem sexy Gitarrentypen & einer funkelnden Tochter in Aschaffenburg.

Sie jobbt nebenbei zuweilen als Museumssherpa, vorrangig aber widmet sie sich dem freien Fluss ihres Kunststroms – intensiv, gnadenlos, wollig. In den aufgeweckteren Untergrund-Kunstszenerien bleibt Ihre 2004’er Ausstellung „Leidfaden durch die Wollhölle“ im Osmotischen Raum zu Aschaffenburg legendär & unvergessen. 2006 folgt die Ausstellung „Stroh zu Gold“ in der Gallery-33, Berlin.

In weiteren Ausstellungen im In- und Ausland war ANNE’s Kunst zu bestaunen: Seltene Gelegenheiten! Hier, der Geheimtipp der Woche: Gönnt Euch einen wollenen Höllentrip! Bis zum 04.11. ist ANNE’s Werk noch in Aschaffenburg aufsuchbar. Links und alles weitere am Ende.

ANNE HUNDHAUSEN ist – man bemerkt es nicht sofort - eine Besessene. Sie fertigt Objekte aus Gips & Polyamid, Trickfilme & Zeichnungen. Aber vor allem: Wolle. Die sie über Wochen und Monate zu Kunst strickt, „strickt strickt“ sozusagen, sich in einen Wahnwitz aus handarbeitsarchitektonischen Wollgebilden verstrickt. Fäden einfärbt und immer wieder auch auftrennt & neu zusammenzwirbelt, ja den allergrößten, über Selbstaufgabe hinaustaumelnden Aufwand betreibt um wollene Objekte zu schaffen, deren Aura so anmutig und erhebend schlicht ans Herz sich legt.

Beim näheren begucken entdeckt man die fieseligen Details dieser Wollwerke: da in der roten Schlangenharnröhre: noch eine rote Schlangenharnröhre! Wäh!?! Wie geht das? Und was hat es damit auf sich: Ein Penisköcher aus Alaska-Leder? Ein Eskimotanga ohne String??

Zu all den häkeligen Objekten hängen Anleitungen aus, die erklären wie man solcherlei Kunst selbst anfertigen kann. Was nicht ungefährlich ist, das Zeugs mit dem die Wolle gefärbt wird strömt giftige Feinstäubchen aus ...

Dem feinhandarbeitsuntalentierten Beschauer dünken die Strickanleitungen mehr wie Skizzen für eine langwierige Tortour. Guck sich einer den Wollenen Viereck mit Farbverlauf an, oder das weiße Wolltuch mit dem braunen Kreis – nicht zu glauben dass die Wolle gefärbt wurde BEVOR sie verstrickt worden ist!
Erstaunlich!

Und erstaunlich auch die Deutungen derer, die sich mit den Kunstwerken befassen, sowie die Geschichten, die Anne zu jedem dieser Objekte erzählt. Und noch mehr die Tatsache, dass sie jedem eine andere erzählt... DAS ist KUNSTHAPPENING allerersterster Kajüte – so nebenbei während der Ausstellungseröffnung.

Da freut sich der Kapitän und staunt über die weiße Gipstitte, für die ANNE sich von einer afrikanischen Betrachterin den bitteren Vorwurf des Rassismus einhandelte – Die weiße Zitze, an welcher die Welt hängt! Verrückt - & fern jeglicher Grundlage. Außerdem wartet nur zwei Schritte weiter ein schokoladenbraunes Doppelbrustobjektchen von wollener Wärme und verführerischer Form. „Trendvakuum“ heisst es, laut Ausstellungskatalog. Wir gehen vorbei an einem Kartoffelpüreeessbesteckhalter, an einem Anatom und einer Reisebestecktasche, rüber zu einem Tisch.

Da liegt: Ein weißes, puscheliges Dingelchen. Ein Außerirdisches Wesen? Der Katalog klärt uns auf: Ein unbekanntes Woll-Objekt – ein UWO! Wie es so herausfordernd da liegt, wie schmeichelnd es wohl auf der Hand sich macht ... hypnotisch raunt es: fummel mich! beVummel mich! Aber HALT! Nicht erlaubt. Momentchen, das Ding liegt auf einer Liste - darauf stehen seine Besitzer. Wie? Denen allen gehört das? DIE dürfen’s anfassen oder was? Gibt das keinen Ärger, wer’s wann haben darf? Und warum hat’s jetzt ANNE? Wäre der Geist, der aus all dem strömt, nicht so erbauend: man ginge beunruhigt in diese gute Nacht.

ANNE’s Kunst verblüfft, perplext, kitzelt längst verstaubte Ecken im Gehirn. Genau wie die Künstlerin.

Wir sagen: DANKE ANNE!

Ihr könnt Anne’s Werk noch bis zum 04.11.07 in echt betrachten! Vielleicht habt ihr Glück & sie ist vor Ort ... Auf der empfehlenswerten Ausstellung „Ins Licht gerückt 4“ in Aschaffenburg sind außerdem noch 8 weitere Künstler & Kunstschaffendeninnen zu Eurer Erhellung ausgestellt – Geht da hin, guckt Euch das an!


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